Cannabinoid CBDa ist die ursprüngliche Form von CBD

CBDa und CBD - Wie unterscheiden sich die beiden Stoffe?

CBD ist vielen von uns gesundheitsbewussten Menschen als Inhaltsstoff von Nutzhanf bekannt. Das Cannabinoid überzeugt seine Anwender mit seinen potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften, ohne die unerwünschten Rauschwirkungen des anderen bekannten Cannabinoids THC (auch Tetrahydrocannabinol genannt) zu erzeugen.

In wissenschaftlichen Artikeln und Blog-Beiträgen zum Thema Hanf ist zunehmend auch von CBDa die Rede. Es handelt sich dabei um eine ursprüngliche Form des CBDs.

Wir fassen im Folgenden zusammen, was zurzeit über diesen Inhaltsstoff bekannt ist und warum er für dich zukünftig interessant sein kann.

Die Extraktion von Inhaltsstoffen aus den Hanfblättern

Für die Gewinnung von Cannabidiolen wird der THC-arme Nutzhanf eingesetzt. In den Blättern der Pflanze liegt Cannabidiol in seiner Ursprungsform vor. Diese wird als CBDa bezeichnet.

Biochemisch betrachtet, handelt sich um eine sogenannte Carbonsäure. Carbonsäuren sind in der Natur weit verbreitete organische Verbindungen. Du kennst der Bezeichnung nach vielleicht Ameisensäure und Essigsäure. Sie gehören auch zur Familie der Carbonsäuren.

Alle Carbonsäuren weisen eine unterschiedlich große Anzahl an Kohlenstoffmolekülen auf und sind in einer bestimmten chemischen Form aufgebaut. Sie haben alle eine sogenannte Carboxygruppe.

Du kannst dir diese Carboxygruppe im Aufbau von Carbonsäuren wie eine charakteristisches Bauelement vorstellen, dass alle Säuren dieser Art prägt. Gekennzeichnet wird es in einer chemischen Formel mit den Buchstaben -COOH.

Oft wird im Zusammenhang mit CBDa auch von der "sauren Vorstufe" zu CBD gesprochen. Substanzen sind sauer, wenn sie einen PH-Wert unter 7 aufweisen. Der Hinweis auf eine Vorstufe deutet darauf hin, dass man erst in einem chemischen Prozess eine Endform des Cannabidiols aus seiner Ursprungsform isolieren muss.

Hier stehen verschiedene Extraktionsverfahren zur Verfügung. Allen Methoden ist gemein, dass es dabei zu einem Vorgang kommt, der als Decarboxylierung bezeichnet wird. In diesem Prozess wird beispielsweise durch Erhitzung die oben erwähnte Carboxygruppe aus der Carbonsäure herausgetrennt.

Erst dadurch wird Cannabidiol aktiviert.

CBDa & CBD sind 2 verschiedene Stoffe

Hat die Vorstufe ein eigenes Wirkungsspektrum?

Über längere Zeit hat das Ur-Cannabidiol von Experten und Wissenschaftlern wenig Beachtung erfahren. Es galt einfach als ursprüngliche Wirksubstanz in den grünen Cannabis Blättern, dem bisher keine eigenen Funktionen zugesprochen wurde.

Wie wenig bedeutsam diese Vorstufe eingeschätzt wurde, lässt sich auch aus der Bezeichnung "inaktiv" ableiten. Die Ur-Form galt als inaktive und wenig interessante Form eines Cannabidiols.

Allmählich ändert sich diese Einschätzung. Um das zu verstehen, ist es sinnvoll, sich die potenziellen Wirkansätze von Cannabinoiden im menschlichen Organismus näher anzusehen.

Wo setzen die Inhaltstoffe von Nutzhanfpflanzen im menschlichen Körper an?

Wenn biochemische Substanzen in unserem Organismus Wirkungen erzeugen, geschieht das in der Regel in einer ganz bestimmten Art und Weise. Die Substanzen können ihre Informationen nur weitergeben, wenn sie passende Stellen im Körper finden, an die sie sich binden können.

Wir sprechen in diesen Zusammenhang von Rezeptoren.

Wie ein Schlüssel in ein Schloss passt, weisen diese Rezeptoren eine Oberfläche auf, die genau zu der Oberfläche von bestimmen Wirkstoffen passt. Ähnlich einem Schiff in einem Hafen docken die biochemischen Substanzen dort an und können eine Wirkung erzeugen. 

Vielleicht weißt du von Cannabinoiden, dass sie zu den sogenannten CB1-Rezeptoren im Gehirn des Menschen passen und zu CB2-Rezeptoren in anderen Teilen unseres Organismus. Es werden in diesem Kontext unter anderem auch die TRPA1- und TRPM8-Rezeptoren erwähnt, die für die Wirkstoffe aus der Nutzhanfpflanze offen sind. Die zuletzt genannten Andockstellen haben unter anderem mit unserem Schmerzempfinden zu tun.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Cannabinoide auch bestimmte Enzyme hemmen könnten. Enzyme haben die Aufgabe, im menschlichen Körper bestimmte Reaktionen zu vermitteln und zu fördern. 

Die Schmerzentstehung und die Manifestation von Entzündungen stehen sehr vereinfacht gesprochen im menschlichen Körper mit der Ausschüttung von bestimmten Signalstoffen in Verbindung.

Bei Entzündungsreaktionen stehen dabei besonders die Enzyme Cox-1 und Cox-2 im Mittelpunkt. Diese belegen unter anderem ebenfalls Rezeptorstellen und geben dadurch ihre Information weiter.

Gelingt es nun beispielsweise pflanzlichen Substanzen wie den Cannabinoiden andere Signalstoffe von den Rezeptoren zu verdrängen oder diese insgesamt zu hemmen, dann können Schmerz- und Entzündungskaskaden unterbrochen werden.

Die Rezeptorstellen werden blockiert, und teilweise wird auch die Bildung der Signalstoffe gehemmt. 

CBD und seine Ur-Form sind nach neueren Erkenntnissen wahrscheinlich beide in der Lage, an vielen Rezeptoren anzudocken. Das soll insbesondere für die TRPA1- und TRPM8-Rezeptoren gelten. Gerade die Cannabidiol Vorstufe kann nach neuesten Erkenntnissen auch auf Cox-1 und Cox-2 einwirken.

Studie: Die Vorstufe mildere aggressive Krebszellen der Brust

Eine japanische Studie aus dem Jahr 2017 belegt, dass CBDa die Aggressivität einer Brustkrebslinie hemme, indem es unter anderem auf die Cox-1 und Cox-2 Enzyme einwirke. Diese Enzyme sind nicht nur an der Entstehung von Entzündungen beteiligt, sondern auch komplizierten Stoffwechselprozessen in Krebszellen.

Die Studie konnte sichtbar machen, dass CBDa den aggressiven Charakter des Brustkrebses abmildern könne.

Cannabidiol gegen Brustkrebs

Möglich scheint diese Wirkung zu sein, weil die Cox-Enzyme die Bildung neuer Blutgefäße in den Krebszellen stimulieren sollen. Das Cannabinoid in seiner ursprünglichen Form kann durch Hemmung der Cox-Enzyme die Neubildung dieser Blutgefäße behindern.

Hier ist allerdings weitere Forschung notwendig. Vom Ansatz her kann aber gerade die Wirkung auf die Cox-Enzyme sehr interessante Anwendungsmöglichkeiten des inaktiven Wirkstoffes im Hanf möglich machen.

Klassische Schmerzmittel werden auch als sogenannte Cox-Hemmer bezeichnet. Hier sind eine Reihe von entzündungshemmenden Arzneimitteln ohne Kortison angesiedelt wie etwa Diclofenac. Diese Arzneimittel haben vielfach unangenehme Nebenwirkungen im Magenbereich.

Wenn sich hier im Feld der Cannabidiole eine unterstützende Funktion ergeben könnte, ließe sich der Gebrauch der klassischen Cox-Hemmer möglicherweise zukünftig reduzieren.

Noch muss aber diese These wissenschaftlich weiter unterlegt werden, weil noch zu wenige Studien durchgeführt wurden. Da beide Cannabinoide an gleichen Rezeptorstellen aktiv sind, hoffen wir zukünftig auf neue Erkenntnisse der Wirkung der Vorstufe.

Das wäre auch unter dem Aspekt interessant, dass sich die Verarbeitungsschritte bei der Gewinnung von Cannabidiolen unter Umständen reduzieren ließen.

Zurzeit wird bei den erhältlichen Ölen in der Regel Wert auf einen hohen Reinheitsgrad von CBD gelegt.

Hierzu sind schon eine Reihe von Studien bekannt und die Wirkungen sind in einigen Bereichen sehr gut belegt. Das Cannabinoid in seiner im Hanf vorhandenen, ursprünglichen Form ist in diesen Produkten meist nur in Spuren vorhanden und nicht gesondert ausgewiesen.

Sollten sich hier die Hinweise auf positive Wirkungen erhärten, dann können wir uns vermehrt auf andere Produkte freuen, die den Gehalt an der Vorstufe ebenfalls gesondert ausweisen.

Auch die Vorstufe des Wirkstoffes ist dabei nicht mit THC belastet und kann einen weiteren interessanten Anwendungsbereich für Produkte aus Nutzhanf eröffnen.

Fazit: Ein Wirkstoff mit eigenem Potential 

Die Vorstufe des gängigsten Cannabidiols CBD mit dem kleinen Zusatz "a" scheint nach neuesten Erkenntnissen ein eigenes Wirkungsspektrum zu haben. Hier sind in Zukunft nach Abschluss weiterer Studien interessante Anwendungsmöglichkeiten zu erwarten.

Falls du schon positive Erfahrungen mit Nutzhanf-Produkten gemacht hast, empfehlen wir dir, auch die Entwicklung von CBDa im Auge zu behalten. Unter Umständen werden Kombinationen beider Substanzen zu Produkten führen, die die eigene Gesundheit noch besser unterstützen können.

Hier sind vielleicht auch einmal Mono-Produkte mit der Vorstufe denkbar, aber das kann zurzeit noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Auch wir werden das Thema weiterverfolgen.
Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges Cannabis, rezeptpflichtiges CBD oder freiverkäufliches bzw. legales CBD. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag und dient lediglich der Aufklärung und Informationsweitergabe. Heil- und Nutzversprechen werden ausgeschlossen.
Lars Müller -  CBD Experte

Lars Müller - CBD Experte

https://www.fb.com/mueller.lars.wangen

Lars Müller ist Bachelor of Science und seit dem 15. Lebensjahr leidenschaftlicher Unternehmer und digitaler Nomade. Seit der Schulzeit beschäftigte er sich mit der Biologie unseres Körpers und entwickelte ein überdurchschnittliches Interesse seinen Mitmenschen zu helfen. Mittlerweile betreibt Lars gemeinsam mit seinem Team verschiedene Firmen im Bereich Gesundheit und Nahrungsergänzungsmittel. Zusammen arbeiten sie zusätzlich an internationalen Eventreihen, wie beispielsweise dem Cannabis Kongress (cannabiskongress.de). Seit 2014 beschäftigt sich Lars mit den Themen Cannabis & CBD und darf sich seit Ende 2017 zu den glücklichen Cannabis Patienten zählen. Auf seinen Reisen lernte er bereits viele Menschen kennen, denen die medizinischen Eigenschaften von Cannabis geholfen haben, ihre Lebensqualität auf ein nächstes Level zu heben. Aus diesen Erfahrungen heraus setzt Lars sich aktiv für die Verbreitung der Informationen über die Wirkungsweisen von Cannabis und CBD ein.

0 Kommentare 0
Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen