CBD bei Schizophrenie & schizophrenen Erkrankungen

CBD - eine unterstützende Behandlungsalternative bei Schizophrenie?

Interessierst du dich für Cannabidiol (CBD)? Dann ist dir wahrscheinlich schon etwas aufgefallen: Für dieses Cannabinoid aus der Nutzhanfpflanze werden in den unterschiedlichsten gesundheitlichen Bereichen positive Effekte beschrieben.

In diesem Beitrag geht es um den möglichen ergänzenden Einsatz von CBD bei schizophrenen Menschen.

Schizophrenie ist eine ernste psychische Erkrankung, die sich der Selbstbehandlung entzieht und unbedingt ärztlich behandelt werden muss. Es gibt aber hoffnungsvolle wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, dass CBD hier ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung insbesondere bei der Symptomlinderung unterstützen kann. Erfahre jetzt mehr zum Thema.

Was ist Schizophrenie?

Die Schizophrenie hat als schwerwiegende psychische Krankheit erhebliche Auswirkungen auf die Persönlichkeit betroffener Menschen. Je nach Ausprägung fallen diese Persönlichkeitsveränderungen unterschiedlich intensiv aus.

Obwohl Laien im Zusammenhang mit Schizophrénie gern von einer Persönlichkeitsspaltung sprechen, ist diese Beschreibung medizinisch gesehen nicht zutreffend. An dieser Stelle sind schizophrene Formen psychischer Erkrankungen von der sogenannten dissoziativen Identitätsstörung zu unterscheiden.

Wie aber kommen manche medizinische Laien zur der Annahme, dass es bei Schizophrenie um eine gespaltene Persönlichkeit gehen könnte?

Symptome und Verläufe

Im Zusammenhang mit schizophrenen Erkrankungen kommt es bei den Patienten häufig zu Wahnvorstellungen. An diesen leiden etwa 80 % aller Betroffenen. Sie erleben einen Verlust der Realität. Es können in diesem Zusammenhang beispielsweise

  • wahnhafte Annahmen auftreten, verfolgt oder beobachtet zu werden.
  • Vergiftungsängste entwickelt werden.
  • wahnhafte Vorstellungen zu besonderen Fähigkeiten existieren.

Erkrankte sind dann nicht mehr in der Lage zu glauben, dass ihre Wahnvorstellungen nicht der Wirklichkeit entsprechen. Ihnen fehlt damit die Einsichtsfähigkeit in ihren Zustand. Es kann deshalb passieren, dass sie zunächst ihren Leidensdruck nicht als krankhaft begreifen und nur ihre Umwelt die Veränderungen an ihnen wahrnimmt.

Das erschwert bereits die Diagnostik und später auch die Behandlung der Schizophrenie.

Wer sich selbst nicht als krank wahrnimmt, ist kaum bereit, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oft quälen sich Betroffene lange mit psychotischen Symptomen, ohne behandelt zu werden. Liegt keine Eigen- oder Fremdgefährdung vor, kann keine Behandlung erzwungen werden. In diesem Zusammenhang kommt es vielfach zu einer starken sozialen Isolation sowie dem Verlust der normalen Alltagswelt.

CBD bei schizophrenen Erkrankungen

Bei den Symptomen unterscheidet man sogenannte Plus-Symptome und Minus-Symptome.

Positive Symptome (Plus-Symptome) - das normale Erleben der Patienten ist dabei übersteigert. Halluzinationen und Wahnvorstellungen beherrschen die Betroffenen mehr oder minder intensiv.

Negative Symptome (Minus-Symptome) - die Betroffenen quälen sich mit mangelndem Antrieb, Aufmerksamkeitsstörungen und der Unfähigkeit, Freude zu empfinden. In diesem Zusammenhang kommt es meist auch zu einem intensiven sozialen Rückzug.

Bei den Symptomen werden neben Halluzinationen und Wahnvorstellungen häufig auch Ich-Störungen festgestellt. Es sind diese Ich-Störungen, die bei medizinischen Laien den Eindruck einer gespaltenen Persönlichkeit erwecken können.

Bei den Betroffenen verschwimmt in diesem Zusammenhang die Grenze zwischen der Umwelt und dem eigenen Ich. Beispielsweise empfinden die Patienten dabei Gedanken, Gefühle oder Körperteile als nicht zu ihnen gehörig. Ihre Umwelt erscheint ihnen unwirklich.

Sie meinen, dass sich Gedanken im Raum ausbreiten. Sie erleben Gedanken als von ihnen getrennt und ihrer Kontrolle entzogen. Unter Umständen erleben sie ihre eigenen Gedanken als von außen eingeführt. Das kann ihnen das Gefühl geben, dass sie von außen, anderen Menschen oder Wesen kontrolliert werden.

Schizophrene Patienten leiden häufig an einem sprunghaften, unlogischen Denken. Die psychotischen Symptome wirken sich in diesem Zusammenhang auch auf Störungen der Gefühlswelt aus. Der emotionale Ausdruck ist bei diesen Menschen oftmals durch Gefühlsarmut oder durch übertriebene Reaktionen geprägt.

Es kommt außerdem in den meisten Fällen zu motorischen Störungen wie permanenter Unruhe und einem Bewegungsdrang, der durch sich wiederholende Abläufe geprägt ist (stereotype Bewegungen).

Zur Prognose und den möglichen Verläufen der Krankheit lassen sich keine allgemeinen Aussagen treffen. Bei jedem Patienten hat Schizophrenie individuelle Aspekte. Außerdem ist die Prognose auch stark davon abhängig, wie therapietreu der Patient ist. Vorteilhaft kann es sich auswirken, wenn die schizophrenen Erkrankungen möglichst früh diagnostiziert und konsequent behandelt werden.

Formen und Ursachen

Je nach Ausprägung der unterschiedlichen Symptomkreise sowie auch nach dem Lebensalter werden unterschiedliche Formen schizophrener Erkrankungen unterschieden.

Bei der paranoiden Schizophrenie stehen Halluzinationen und Wahnvorstellungen im Fokus. Sie ist am meisten verbreitet.

Bei der katatonen Form nehmen die stereotypen Bewegungen den breitesten Raum ein. Oft kommt es hier zum sogenannten Stupor, einer scheinbaren vollständigen Bewegungslosigkeit.

Die Hebephrenie ist die medizinische Bezeichnung für eine Erkrankungsform im Jugendalter.

Dagegen ist die Schizophrenia simplex eine besonders milde Form schizophrener Erkrankungen. Hier stehen schleichende Veränderungen bei der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt.

Mediziner und Wissenschaftler konnten noch nicht abschließend klären, was die Ursachen für schizophrene Erkrankungen sind. Diskutiert werden unter anderem erbliche Komponenten, aber auch Drogenmissbrauch als mögliche Auslöser.

Nach den bisherigen Erkenntnissen wird außerdem angenommen, dass besondere Belastungssituationen im Leben einiger Menschen die Ausprägung einer Schizophrenie begünstigen können. Bei dem Betroffenen scheint es dabei bereits eine Disposition für die Ausbildung schizophrener Symptome zu geben. Diese manifestieren sich dann in einer Lebenskrise mit dem Verlust eines geliebten Menschen oder mit einem anderen schweren Schicksalsschlag.

Charakteristisch ist bei der Schizophrenie eine Veränderung der Gehirnstruktur. Verschiedene Kammern im Gehirn - solche, die mit Flüssigkeit gefüllt sind - sind erweitert. Außerdem kommt es zu einer verringerten Durchblutung in manchen Gehirnbereichen. Zurzeit nimmt man auch an, dass es zwischen dem Botenstoff Dopamin und Schizophrenie einen Zusammenhang geben könnte. Die Forschung ist auf diesem Gebiet aber noch nicht abgeschlossen.

Schizophrenie & Erkrankungsbild von schizophrenen Patienten

Schulmedizinische Behandlungsansätze

Die Diagnostik stellt Mediziner häufig vor Herausforderungen, da es keinen spezifischen Test für die Feststellung gibt. Es müssen deshalb verschiedene andere, ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Da die Betroffenen immer wieder Erkrankungsschübe im Wechseln mit symptomfreien Phasen erleben können, erfolgt die Behandlung besonders in akuten Phasen mit typischen Arzneimitteln aus der Gruppe der Neuroleptika.

Neuroleptika sind eine Gruppe von Arzneimitteln, die Botenstoffe im Gehirn beeinflussen. Arzneimittel wie Haloperidol oder Clozapin können helfen, besonders belastende Symptome wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen zu mindern.

Es können bei Anwendung der Medikamente aber starke Nebenwirkungen auftreten.

Sie führen unter Umständen zu

  • Bewegungsarmut oder zu unwillkürlichen Bewegungen.
  • allgemeinen Störungen der Motorik.
  • einer Zunahme des Körpergewichts.
  • Zitteranfällen.

Deshalb verweigern manche Patienten nach einer Weile die Einnahme der Arzneimittel, versuchen diese eigenmächtig abzusetzen oder die Dosis zu verringern. Insgesamt ist die Therapietreue bei Schizophrenie ein großes Problem. Manche Betroffene lassen sich von vornherein weder diagnostizieren noch behandeln. Andere brechen nach kurzer Zeit die Behandlung ab.

Bei Eigen- oder Fremdgefährdung kann es dann zu einer stationären Einweisung und einer Zwangsmedikation kommen. Auch das macht die Erkrankung für schizophrene Patienten sehr belastend, da sie in vielen Fällen das ganze Leben des Betroffenen vollkommen verändert.

Es ist deshalb anzunehmen, dass vielen betroffenen Patienten mit einer weniger nebenwirkungsreichen Behandlung vielleicht besser geholfen werden könnte. Hier stellt sich die Frage, ob CBD die Behandlung unterstützen kann.

Cannabidiol und sein möglicher Einfluss

CBD aus der Nutzhanfpflanze ist ein Cannabinoiddas weder rausch- noch suchterzeugend wirkt. Diese Feststellung ist sehr wichtig. Denn es gibt zwischen Schizophrénie und manchen Cannabinoiden einen möglichen kausalen Zusammenhang. Das heißt, dass Cannabis in seiner suchterzeugenden Form den Ausbruch schizophrener Symptome sogar begünstigen kann.

Die Verbindung zu Cannabis allgemein

Du konntest bereits weiter oben erfahren, dass Drogenmissbrauch als mögliche Ursache schizophrener Erkrankungen diskutiert wird. Das gilt auch für rauscherzeugende Cannabinoide wie THC. Die Erklärung für dieses Phänomen findet man im Gehirn.

Der menschliche Organismus verfügt über ein Endocannabinoid-System. Er schüttet unterschiedlichste Botenstoffe aus, die im Zusammenspiel mit Rezeptorstellen das menschliche Nervensystem beeinflussen. Es kommt zu verschiedenen Reaktionen, wenn diese Botenstoffe an den Rezeptorstellen andocken.

Nach dem bisherigen wissenschaftlichen Forschungsstand kommt den Botenstoffen allgemein bei psychotischen Erkrankungen wie Schizophrenie eine Schlüsselrolle zu. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ein psychoaktiver Stoff wie das Cannabinoid THC bei bestimmten Menschen im Endocannabinoid-System psychotische Symptome auslöst.

Psychoaktiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine solche Substanz wie THC sich mit Rezeptoren im Gehirn verbindet, die beispielsweise Halluzinationen auslösen.

Auf der anderen Seite gibt es deutliche Hinweise darauf, dass CBD - das nicht rauscherzeugende Cannabinoid im CBD-Öl - sich symptomlindernd bei psychotischen Symptomen auswirken kann.

Kann CBD schizophrene Erkrankungen lindern?

Das Endocannabinoid-System als Schlüssel

Die potenzielle Wirkung von CBD zur Symptomlinderung bei psychotischen Symptomen ist im Endocannabinoid-System angesiedelt. Hier wird insbesondere nach bisherigen Studienergebnissen und Erkenntnissen ein Zusammenhang zwischen den Rezeptoren für den Botenstoff Dopamin und denen für Cannabidiol angenommen.

Außerdem soll CBD auf ein bestimmtes Enzym einwirken (Anandamid), dem bei der Ausprägung schizophrener Symptome eine Schlüsselrolle zukommt. Siehe dazu: K. Müller-Vahl, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, l, 2008, Cannabinoide und Schizophrenie: Wo ist die Verbindung? Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Psychiatrie.

Enzyme haben im menschlichen Körper die Wirkung eines Katalysators. Sie machen vielfach bestimmte Reaktionen auch im menschlichen Nervensystem erst möglich, verstärken einige oder führen zum Abbruch einer Reaktionskette.

Symptomverbesserungen - bisherige Erkenntnisse und Studienansätze

Die bisherigen Studien haben positive Wirkungen von CBD bei verschiedenen schizophrenen Symptomen gezeigt. Unter anderem konnte in einer Tierstudie nachgewiesen werden, dass Cannabidiol die Wahrnehmung und sozialen Kompetenzen bei Betroffenen Tieren verbessert.

In einer Studie mit menschlichen Probanden zeigte CBD, dass sich psychotische Symptome deutlich reduzieren ließen. Außerdem konnten die Probanden ihre kognitiven Fähigkeiten verbessern und sich sozial wieder besser einfügen.

Es ist noch nicht abschließend geklärt, wie CBD bei psychotischen Symptomen genau wirkt. Hierzu ist weitere Forschungsarbeit notwendig.

Interessante Forschungsergebnisse, die Hoffnung machen

Die Schizophrenie belastet betroffene Patienten in der Regel schwer. Das liegt auch daran, dass die bisherige schulmedizinische Behandlung mit starken Nebenwirkungen verbunden ist. Häufig können Betroffene mit Schizophrenie aufgrund der Veränderung ihrer Persönlichkeit wenig Einsichtsfähigkeit zeigen. Das gilt insbesondere, wenn sie eine erkrankungsfreie Zeit erleben.

CBD-Öl könnte deshalb bei Erkrankungsschüben eine ergänzende nebenwirkungsfreie Behandlungsalternative sein, die Erkrankte gut annehmen. Hier sind weitere wissenschaftliche Studien mit CBD notwendig. Jedoch zeigen bereits die ersten Studienansätze das mögliche Potenzial von CBD auch bei schweren Erkrankungen wie Schizophrenie.

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges Cannabis, rezeptpflichtiges CBD oder freiverkäufliches bzw. legales CBD. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag und dient lediglich der Aufklärung und Informationsweitergabe. Heil- und Nutzversprechen werden ausgeschlossen.

Martin Auerswald

https://schnelleinfachgesund.de/

Martin Auerswald ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M. Sc., Technische Universität München). Er ist spezialisiert auf die Themen: Angewandte Biochemie, Mikronährstoffe, Autoimmunerkrankungen und Darmgesundheit. In der klinischen Forschung am Universitätsklinikum Erlangen beschäftigt er sich mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Er schreibt unter anderem für Primal-State und Solidmind und ist Chefredakteur auf dem Autoimmunportal (autoimmunportal.de). Martins Mission ist es, die Welt ein wenig gesünder zu machen. Er unterstützt Hempamed dabei, schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich zu erklären und Menschen dadurch die Möglichkeit zu geben, wieder mehr Gesundheit und Lebensfreude zu erlangen.

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